
Drogenhandel am Düsseldorfer Hauptbahnhof: Dieser Zustand darf nicht zur Normalität werden

Eine aktuelle Antwort der Landesregierung zeigt das Ausmaß des Drogenhandels rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof. Im Jahr 2025 wurden in dem untersuchten Bereich insgesamt 110 Tatverdächtige wegen des Handels mit Betäubungsmitteln oder Cannabis polizeilich erfasst.
Die Zahlen sind eindeutig: 104 der 110 Tatverdächtigen besaßen keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das entspricht rund 95 Prozent. Mit 50 Tatverdächtigen bildeten algerische Staatsangehörige die mit Abstand größte Gruppe. Hinzu kamen unter anderem Tatverdächtige aus Marokko, Tunesien, Spanien und Syrien. Insgesamt 80 Tatverdächtige wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik der Gruppe der Zuwanderer zugeordnet.
Diese Ergebnisse dürfen weder verschwiegen noch verharmlost werden. Wer über Sicherheit, Migration und Integration spricht, muss die Realität benennen können. Herkunft allein erklärt keine Straftat. Sie darf aber auch nicht ausgeblendet werden, wenn sich in der Kriminalitätsstatistik derart deutliche Auffälligkeiten zeigen.
Der offene Drogenhandel belastet Reisende, Anwohner und Gewerbetreibende rund um den Hauptbahnhof seit Jahren. Händler sprechen Passanten unverhohlen an, Geschäfte werden innerhalb weniger Sekunden im öffentlichen Raum abgewickelt. Polizeiliche Kontrollen führen häufig nur zu einer kurzfristigen Verlagerung der Szene. Dieser Zustand beschädigt das Sicherheitsgefühl und das Vertrauen in die Durchsetzungsfähigkeit unseres Rechtsstaates.
Für uns ist klar: Der Düsseldorfer Hauptbahnhof muss ein sicherer Ort für alle sein. Dafür braucht es eine dauerhaft sichtbare Präsenz von Polizei und Ordnungsdienst, konsequente Kontrollen und eine enge Zusammenarbeit von Landespolizei, Bundespolizei, Stadt, Justiz und Ausländerbehörden. Wiederholt auffällige Straftäter müssen schneller aus dem Verkehr gezogen werden. Bei ausländischen Straftätern müssen zudem alle aufenthaltsrechtlichen Möglichkeiten geprüft und konsequent ausgeschöpft werden – einschließlich der Beendigung des Aufenthalts, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Die Polizei leistet unter schwierigen Bedingungen wichtige Arbeit. Sie darf jedoch nicht immer wieder dieselben Personen kontrollieren müssen, ohne dass daraus spürbare Konsequenzen folgen. Wer mit Drogen handelt und öffentlichen Raum für kriminelle Geschäfte beansprucht, muss mit einer schnellen und konsequenten Reaktion des Staates rechnen.
Sicherheit und Ordnung sind Voraussetzungen für Freiheit und Lebensqualität. Wir wollen einen Hauptbahnhof, an dem sich Reisende, Familien, Beschäftigte und Anwohner wieder sicher fühlen können.
Quelle: Antwort der nordrhein-westfälischen Landesregierung auf die Kleine Anfrage 8170, Landtagsdrucksache 18/20672 vom 27. Juli 2026. Die Angaben beziehen sich auf Tatverdächtige, nicht auf rechtskräftig verurteilte Personen.
